26.05.2012 - 08:51 Uhr

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Alle mögen den Dalai Lama. Zurecht? Blick hinter eine Fassade

Text: ralf-heimann

Alle mögen den Dalai Lama. Weil er so freundlich ist, weil er immer lächelt. Oder weil man zu wenig über ihn weiß …
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tdemon
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Mag ich Mag ich nicht

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28.01.2007 - 22:01 Uhr
tdemon

Interessanter Text! Inspiriert mich mal ein wenig mehr nachzulesen. Merci.

juvenal
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Mag ich Mag ich nicht

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29.01.2007 - 01:34 Uhr
juvenal

und ich dachte immer, hier handelt es sich um eine saubere religion, nein sowas. an was soll man in diesen gottlosen zeiten eigentlich glauben?

elfenmaid
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29.01.2007 - 08:29 Uhr
elfenmaid

???? man sollte sich vielleicht doch ein wenig differenzierter befassen???
und frage: warum sollten tibeter besser sein als alle menschen, massenreligion ist massenreligion, das macht den dalai lama nicht schlechter! er kämpft seit ewig für den frieden, und gut, dass mal jemand lächelt! der beitrag ist großer quatsch!

maotouying
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29.01.2007 - 09:03 Uhr
maotouying

Kein Laecheln fuer den Dalai Lama :
Ich lebe in Tibet's Nachbarprovinz Yunnan und war vor einem Vierteljahr in einem kleinen tibetischen Kloster ( http://www.adayo.net/uhu/dali/index.php?paged=2 ). Daraus ist ein kleiner Bericht ( http://adayo.net/uhu/text/tibet.xhtml ) und ein Reihe von Bildern ( http://adayo.net/uhu/cpg148/thumbnails.p... ) entstanden.
Ich bin ein alter Mann, ein Buddhist und ich habe schon viel gesehen,- dachte ich. Aber ich kann ralf-heimann's Bericht nur bestaetigen und die miserablen Erlebnisse, die tieftraurigen Bilder haengen mir immer noch im Kopf herum.

octopussy
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29.01.2007 - 09:16 Uhr
octopussy

"Das Buch ist ein schwergängiger Wälzer, voll mit kaum nachprüfbaren Fakten."
Können Fakten, die nicht nachprüfbar sind, überhaupt Fakten sein?

Und: welche Frage stellt sich hier jetzt überhaupt? Oder welche Behauptung wird hier aufgestellt? Dass der Buddhismus böse ist? Dass der Buddhismus auch seine dunkle Seite hat?
Um welchen Bezug geht es?
Wenn man den Buddhismus in Bezug auf unsere Gesellschaft sieht und wie er sich in der weltlichen Welt verbreitet, dann dürften diese dunklen Geschichten nicht relevant sein.
Im Übrigen wird Buddhismus zwar als "Religion" bezeichnet, ist aber streng genommen keine.
Buddhismus mag seine dunkle Seite haben, aber dann fragt auch mal jmd, der zb in der katholischen Kirche aktiv ist/war, und der wird euch auch einige aktuelle westliche dunkle Seiten erzählen können...

hm.

Und wenn seine Heiligkeit, der Dalai Lama sagt "Kritik an seiner Person interessiert ihn nicht" dann mag das arrogant und überheblich klingen, aber man bedenkt dabei auch nicht, wie dieser Mann selbst aufgewachsen ist und lebt.

hm.

anderwandlang
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29.01.2007 - 09:51 Uhr
anderwandlang

Die meisten Diskussionen sind vielschichtig. Jeder Betrag hat die Neigung, zu beeinflussen. Urteilsbildung aus 3. Hand ist die Regel. Vorurteile sind die Folge. Welches Thema auch, es gerät genau in diese Verwandlung.
Ein wacher Intellekt stellt sich selbst immer wieder in Frage. Damit das Gehörte, Gesehene, Gedachte, Gemachte.
Glauben sollte nicht blind sein: er bestätigt sich bei guter Betrachtung oder zerstört sich.
Zu dem Artikel fehlt noch, dass Buddhisten geldgierig sind und es in geheimen Orten anhäufen - stimmt nicht! Es gibt Wesen, die mühen sich in den buddhistischen Lehren und sind doch geldgierig oder machtgierig oder sexgierig. Wenn in den Lehren genannt wird: Aus Unwissenheit dessen was ist entsteht Neid. Aus Neid entsteht Gier. Und aus Gier entsteht wieder Unwissenheit - was ist daran falsch?
Was ist daran falsch, es zu versuchen, diesen Kreis aufzubrechen?
Buddhismus ist tatsächlich keine Religion sondern eine praktikable Darstellung von Methoden, die zu Erkenntnissen führen und diese wiederum zu Methoden. Also: wenig Glauben und viel Arbeit.
Was ist falsch an dem Bestreben, selber Erkenntnisse durch gesicherte Methoden zu erreichen? Das ist doch eine Grundaussage des historischen Gautama: nicht glauben, sondern bestrebt sein, zu durchschauen und zu erkennen und danach sein Leben auszurichten. Abschliessend: Buddhistische Lebensweisen sind ein Thema für den Stammtisch!

air_kaviar
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29.01.2007 - 11:01 Uhr
air_kaviar

einzige absicht des artikels scheint mir, das einseitig positive bild vom dalai lama und dem buddhismus um eine facette zu erweitern, die so in den meisten medien noch nicht erwähnt wurde.

jonas49
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29.01.2007 - 12:44 Uhr
jonas49

nachdem ich ein halbes jahr in einem buddhistischen kloster in der gegend um darjeeling gelgt habe, kann ich die interpretationen des autors einiger aspekte dieser religion nicht nachvollziehen.
tibeter sind tatsaechlich äusserst friedfertige, liebenswerte und respektvolle menschen.
der autor analysiert zu recht, dass kritik von aussenstehenden häufig mit unwissenheit abgewertet wird. gerade in bezug auf den buddhismus ist es unmöglich einzelne aspekte dieser religion herauszupicken, zu analysieren und zu veruteilen. der buddhismus ist eine lebensaufgabe und keine freizeitreligion. nur vor dem hintergrund der entstehungsgeschichte des tibetischen buddhismus, im speziellen dessen uebernahme einzelner praktiken der prebuddhistischen religion bön, ist sein okkulter wesenszug zu verstehen. der autor möge sich einmal in die lage der moenche in der hochebene tibets im winter versetzen und ich meine hier die zeit bevor die chinesen den zug nach lhasa gebaut haben. der surreale charakter des lebensraumes prägt die religion. viele praktiken in den dharma texten sind methaphorisch zu verstehen. der buddhismus hat tibet befriedet und eine der geheimhnisvollsten kulturen dieser welt aufgebaut dies war nur mit der integration des bön möglich.

die sorge davor, dass der buddhismus die welt uebernehmen will kann ich nicht nachvollziehen. der dalai lama rät offen davon ab buddhist zu werden, wenn man beispielsweise als christ aufgewachsen ist. seine religion steht für toleranz und frieden und dafür steht der dalai lama.
er reist und lehrt dennoch, weil ihm das in seinem heimatland verwehrt ist ganauso wie die offene praktik des buddhismus in tibet unter strafe steht. die ausbreitung des buddhismus in der welt heutzutage wurzelt, wie in einem anderen kommentar schon erwähnt, aus dem selbsterhaltungstrieb, der menschlich ist genau wie die praktiker jeder religion auch.

der autor spricht sexuelle rituale an, in denen angeblich minderjährige teilnehmen. wie definiert der autor minderjährig? unter westlichen gesichtspunkten ist damit meistens das erreichen eines bestimmten alters gemeint. hat damit jeder achtzehnjährige aber dieselbe reife? das tantra unterliegt tatsächlich der geheimhaltung und deshalb ist es nicht möglich für den aussenstehenden, mich eingeschlossen, ein gerechtes urteil zu fällen. dass es jedoch aktive rituale gibt, in denen kinder gegen ihren willen zu sexuellen praktiken gezwungen werden, halte ich für absurd.

ich denke, dass der buddhismus das leben in all seinen facetten besser verstanden hat und auch sogennate schattenaspekte der menschlichen seele zu integrieren verstanden hat. der westen mit seiner vermeintlich fortschrittlicheren gesellschaftsform schafft es nicht seine gesellschaft von perversen und vergewaltigern rein zu halten.

was ist an lachen zu kritisieren. vielleicht würde das streben nach glückseligkeit und nicht reichtum oder macht uns allen gut tun.

Rochen68
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29.01.2007 - 13:36 Uhr
Rochen68

Also, ich bin selbst kein Fan irgendeiner Religion und weit davon entfernt, religiöse Rituale zu verteidigen, egal welcher Couleur, und deshalb offen gegenüber Kritik an Religionen. Aber ein Buch, dass sich auf dubiose Quellen stützt und diese als Fakten verkaufen will, ist schlicht unseriös und unglaubwürdig.

Dass eine ehemalige Liebhaberin sich spektakulär rächen will, hat es dagegen schon öfter gegeben. Taugt also nicht als Zeugin, es sei denn andere bestätigen ihre Aussagen.

Kann es vielleicht sein, dass die Autoren selbst nicht so richtig kapiert haben, worum es da geht? Das klingt doch alles sehr nach Bild-Zeitung.

Und: Wenn man sich schon als (Hobby-)Journalist mit so einem Thema beschäftigt, sollte man sich doch als erstes um alternative Quellen kümmern, die den eigenen Beitrag galubwürdig machen.
Na ja, ähnlich schlecht rechierte Sachen hat man ja von Daheim-Schreibern hier schon früher gelesen ...

kulturgut
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29.01.2007 - 13:38 Uhr
kulturgut

was jeder leicht nachprüfen kann sind einige sehr dumme, sehr schädliche und verachtenswerte aussagen des dalai lama zu politischen fragen, die seine angebliche friedfertigkeit ad absdurdum führen. gründliches googeln genügt und nein, die arbeit nehme ich euch nicht ab.

aber vom ästhetischen standpunkt aus finde ich leute, die immer lieb lächeln, durchaus in ordnung. wenn wir das alle machen, immer lächeln, sehen wir alle schöner aus und können wir uns wieder mehr auf inhaltliches konzentrieren.

Rochen68
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29.01.2007 - 13:40 Uhr
Rochen68

@kg: Genau sowas hätte z.B. in so einen Artikel gehört.

kulturgut
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29.01.2007 - 14:10 Uhr
kulturgut

man sollte aber noch dazu sagen, dass ein angriff auf den dalai lama keinen angriff auf den buddhismus im allgemeinen bedeutet, denn der tibetanische buddhismus, für den er steht, ist eine in mancher hinsicht sehr spezielle sonderform.

dazu gehört übrigens, dass viele dinge in dieser tradition nur direkt vom meister an den schüler weitergegeben werden dürfen, also geheim bleiben sollen. was vollkommen in ordnung ist, aber bösartige spekulationen fördert.

diese spekulationen braucht man aber wie gesagt nicht, wenn man genau mitdenkt bei den sachen, die der dalai lama öffentlich sagt und bei denen es sich nicht nur um schöne allgemeinplätze handelt (die allerdings so ca 90% ausmachen)

Mo_
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29.01.2007 - 14:10 Uhr
Mo_

Prinzipiell versucht doch die Autoren doch nur Geld zu machen. Die Autoren des Buches und der Autor dieses Artikels. Verkaufsslogan: Die Tibeter sind doch böse. Uff, das ist aber eine Erleichterung für uns, die wir als "demokratische und liberale" Gesellschaft nicht tolerieren können, dass jemand toleranter als wir sind.

Nun zum Inhalt eine kleine Bemerkung: es fällt mir auf, dass in der ganzen Diskussion und dem Inhalt des Buches der hier erschlossen ist eine GROBE Verallgemeinerung stattfindet. Es mag zwar sein, dass der Dalai-Lama weltlicher Repräsentant der Tibeter. Trotzdem ist hier nur Rede vom Tantrizismus, einem Zweig der ganzen Sache (siehe zB. Teravada).
Und der Dalai-Lama repräsentiert nich nur ganz einfach eine spezielle Praktik. Desweiteren ist er Oberhaupt der "Gelbmützen" Sekte (nicht herabwertend gemeint --> nur zum Hintergrund seiner religiösen Erziehung) . Das ist fast wie wenn man sagen würde: das Christentum ist doch "böse" weil die Orthodoxen einen bestimmten seltsamen Ritus vollziehen und teilweise für Aussenstehende unverständliche (Welt-)Anschauungen vertreten (frei erfunden).

Letztes Kommentar von mir: Der Dalai-Lama ist für mich immer noch eine Art Staatsoberhaupt (Die Monarchie wurde ja abgeschaft in Tibet, was heisst, das der einzige weltliche Repräsentant nun der Dalai-Lama bleibt; und selbst wenn es Tibet als Staat nicht mehr gibt und wahrscheinlich nie mehr geben wird). Bevor man nun Behauptungen macht über solche Personen sollte man sich das zweimal überlegen, ausser man macht es aus Profitgier und Verkaufs/Leserzahlen. Reisserischer Journalismus ist ein Schandfleck für jede sich behauptende Informationsquelle und nicht eine von der Mehrheit vertretene ungenaue Vorstellung vom Buddhismus (Es sei hier zB. erwähnt, dass es im Buddhismus keine Seele gibt --> Jainismus).

PS: die "jetzt" Artikel beweisen mal wieder ihre mindere Qualität

Lai
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29.01.2007 - 15:01 Uhr
Lai

Immerhin hat der "Artikel minderer Qualität" dazu angeregt mal zu rekapitulieren was wir eigentlich über "den" Buddhismus wissen: nämlich kaum etwas. Schon allein "der" Buddhismus existiert an sich nicht, sondern gliedert sich, wie die meisten Religionen in viele einzelne Glaubensgruppen (jemand hat Theravada und Tantrismus angesprochen). Vermutlich ist auch sinnvoll eine Unterscheidung zwischen der "ursprünglichen" Lehre, ich denke doch dass man von so etwas sprechen kann, und dem praktizierten, rituellen Buddhismus zu machen. Eine für uns, die wir kulturell christlich geprägt sind, sicher schwer zu begreifende Religion.

sozialesatom
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29.01.2007 - 15:41 Uhr
sozialesatom

ich mache es mir mal einfach:

1. sind die zugänglichen grundsätzlichen lehren des buddhismus so auslegbar, dass sie den menschen zu einem friedfertigen, gutmütigen, vielleicht großzügigen und gar liebenswerten verhalten anleiten und motivieren können?

-> JA.

2. sollte es uns verwundern, dass ein gedanklich-sprachliches konstrukt mit

a) wenigstens einigen metaphysischen hintergründen und absichten,
b) einer langen geschichte und einer beträchtlichen ausbreitung in kulturell unterschiedlichen regionen,
c) einem ausgeprägten grundzug mönchischer ausübung und
d) durchaus strengem traditionsbewusstsein samt unzureichender transparenz

ausreichend winkel und nischen bereitstellt, um

a) ein menge unterschiedlicher bedeutungen hineinzulesen und
b) praktiken zu legitimieren,

den personen in die hände spielen, welche die leider sehr menschlichen eigenschaften der macht- (und)/sexualperversion auszuleben gedenken?

-> NEIN.

3. müssen wir daher den buddhismus verteufeln? -> NEIN.

4. müssen wir die erfahrungsoffenheit bewahren, auch wenn das möglicherweise bedeutet, dass wir negative elemente und entwicklungen entdecken, die sich mit dem buddhismus in verbindung bringen lassen? -> JA.

es gibt gute wie schlechte menschen in allen religionen. sie alle berufen sich auf ihre religion und behaupten von den jeweils anderen, die hätten die "wahre lehre" der religion verkannt oder absichtlich verkehrt. strukturelle gemeinsamkeit: fast alle religionen lassen sich beliebig interpretieren, und der mensch kann damit machen, was ihm beliebt. daher taugen für die moralische beurteilung und legitimation von verhaltensweisen andere kriterien besser als religiöse.

daniel0178
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Mag ich Mag ich nicht

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29.01.2007 - 17:27 Uhr
daniel0178

Der Artikel hat mich davon überzeugt, doch kein Buddhist zu werden.
Tue mir auch schwer mit dem Lesen eines Buches vom Dalai Lama: Das klingt alles so unnatürlich ausgewogen. Werde es auf dem Flohmarkt verhökern.

kulturgut
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29.01.2007 - 18:07 Uhr
kulturgut

daniel: buddhist im klassischen kannste auch ohne dalai lama werden und ohne irgendwo bei- oder überzutreten. es geht doch vor allem darum, sich die welt irgendwie zu erklären - dafür kannst du dir von überall her anregungen holen.

wenn du dagegen vor allem gemeinschaft suchst...finde ich auch die offeneren strömungen des buddhismus zu einschränkend...nette leute findest du überall.

Drapondur
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30.01.2007 - 03:45 Uhr
Drapondur

Bis jetzt habe ich mich immer zurückgehalten hier was zu posten, da ich als alter Sack (38), eigentlich hier nichts verloren habe. Ich breche nun mit dieser Gewohnheit, da ich mich außerordentlich freue, mal etwas Kritisches über "Seine Heiligkeit" gelesen zu haben. Dabei will ich gar nicht mal in das gleiche Horn wie das Autorenpaar Trimondi tuten, denn deren Veröffentlichungen habe ich nicht gelesen.
Allerdings habe ich einige Erfahrungen mit "westlichen" tibetischen Buddhisten, wenngleich nicht aus der gleichen Schule wie der Dalai Lama. Und ich habe mir den buddhistischen Oberboß auch schon mal eine Woche lang live angehört. Resüme: was Sexualität angeht erzählt er den gleichen Schmonz wie schon der letzte (und auch dieser?) Papst: ficken nur wenn Du Kinder willst, schwul/lesbisch ist auch nicht erwünscht. Was den Dalai vom Johannes Paul #2 unterscheidet, ist dabei zwar der Tonfall, nicht aber die Melodie. Beim Erzkatholen war das böse-böse, beim Erzguru ist es nur unratsam, pfui ist es aber allemal. (Und das von einem der aus Erfahrung soviel von Sexualität verstehen dürfte, wie moderne europäische Päpste oder eine Kuh vom Gottesdienst).
Vollends beknackt finde ich jedoch, dass der Buddhismus ebenso wie der Christanismus faktisch auf dem Gedanken aufruht, höheres Wissen über das Leben nach dem Tod (oder auch vor der Geburt) zu haben und anhand dieses höheren Wissens sich erhebt, moralische Richtlinien ex kathedra aufzustellen, statt sie im Diskurs freier, selbstbestimmter Subjekte zu begründen zu versuchen.
Die westlichen tibetischen Buddhisten rekrutieren sich, meiner Erfahrung nach, deswegen auch seltenst aus aufgeklärten Menschen, sonden aus gescheiterten Ex-Katholen, Esoterik-Freaks und Astrologie- (Tarot-, IGing-, Numerologie, etc)-Gläubigen.
Von solchen Leuten habe ich durchaus ernst gemeinte Aussagen gehört, wie:
"Das Ozonloch kommt daher, dass Leute aus Afrika nach Europa einwandern." (Die bringen dann nämlich angeblich ihr "Wüstenkarma" mit).

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30.01.2007 - 05:12 Uhr
Drapondur

@kulturgut
Zitat:
"dazu gehört übrigens, dass viele dinge in dieser tradition nur direkt vom meister an den schüler weitergegeben werden dürfen, also geheim bleiben sollen. was vollkommen in ordnung ist, aber bösartige spekulationen fördert."

Die geheime Weitergabe von Wissen finde ich aus (mindestens) zwei Gründen im Ggs. zu Dir alles andere als in Ordnung:

I) Ein extrabuddhistisches Argument (Wahr = Gut = Schön)
Wenn das Wissen, was weitergegeben wird, ein "echtes" Wissen ist, also, in irgend einer Weise wahre Inhalte haben soll, ist dieses Wissen, (aufgrund einer klassischen abendländischen Überzeugung) heilsam für die menschliche Seele, eben genau deswegen, weil Wahheit in diesem Wissen steckt. Ein solches Wissen zu "privatisieren" wäre also ein unmenschlicher Akt. Nun kann man natürlich die hier unterstellte Gleichsetzung von Wahrheit einerseits und "Heilsamkeit"/Gutsein andererseits Infrage stellen. Mit dem gleichen Recht kann man jedoch auch hinterfragen, ob eine "geheime" Wahrheit diesen Titel überhaupt verdient. Denn:

II) Ein (fast inner-)budhistisches Argument
Der Buddha, wie wir ihn durch den Pali-Kanon kennen, sagt, er habe keine (geheimen) Lehren für sich zurückbehalten, sondern alles gesagt, was es zum Thema "Leben, Universum und dem Rest" zu sagen gibt. Ferner erteilt der Buddha, den wir aus diesen (frühesten) buddhistischen Schriften kennen, jeglichem Zauber- oder Wunderglauben definitiv eine Absage.
Der sog. tantrische Buddhismus nimmt für sich jedoch in Anspruch auf echte Belehrungen Buddhas zurückzugehen, die jedoch der historische Buddha seinerzeit angeblich nur den Turboverständigen offenbart habe (in der sog. "Dritte Drehung des Dharmarades"). Diese Oberchecker seien dann diejenigen gewesen, die die "geheime" oder "innere" Lehre aufbewahrt hätten (und zwar ausschließlich auf eine magisch-übernatürliche Weise), bis die Zeit reif geworden sei, nun doch wirklich die ganze Wahrheit zu offenbaren. Dummerweise würde man aber selbst dann noch nicht Kreti und Pleti alles erzählen, sondern nur denjenigen, die bereit wären die "tiefen" Lehren zu verstehen. Und da ja alles so supergeheim ist, kann man ja auch seine Quellen nicht offenlegen.
Ich sage nun: "Das könnte Ihr einem erzählen, der die Hose mit der Kneifzange zumacht." Dummerweise erzählen gerade die tibetischen Lamas gerne diese Mär. Deswegen kann ich von vorne bis hinten nicht gutheißen, "dass viele dinge in dieser tradition nur direkt vom meister an den schüler weitergegeben werden dürfen, also geheim bleiben sollen."
Damit sind "bösartige" Gedanken über dieses Geheimlehrensystem auch keine Spekulation, sondern das System ist selbst als bösartig belegt.

Leben_leben_lassen
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30.01.2007 - 21:44 Uhr
Leben_leben_lassen

wow, also ich äh finde den text gut, wie irgendjmd davor schon geschrieben hat aber doch etwas zu allgemein gehalten, sachen werden nur angeschnitten, besser wäre es wohl, ein argument auszuführen...
aber ich hab um ehrlich zu sein eine andere seite des buddismus noch nie wirl´klich betrachtet oder einengedanken daran verschwendet und ich finde es interessant und gut, dem mal etwas nachzugehen...

marcell
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03.02.2007 - 04:06 Uhr
marcell

Alle Jahre wieder:
Der Dalai Lama ist doch böse!
Buddhisten beteiligen sich schon lange nicht mehr an solchen Diskussionen.
Siw wissen, aus welchen Ecken das kommt.
Jeder, der sich wirklich mit dem Thema befasst und nicht nur googelt, sondern tatsächliche Aussagen des Dalai Lama prüft, weiss, das alle Anschuldigungen falsch oder Halbwahrheiten sind.
Keine seriöse Universität würde dem Dalai Lama einen Ehrendoktor gönnen, oder Friedenspreise an ihn verleihen, wenn auch nur ein Körnchen Wahrheit in den Vorwürfen wäre.
So wurde dem Dalai Lama die Ehrenbürgerwürde Kanadas verliehen, nur 3 Personen erhielten diese bisher.
Es war Einstimmigkeit im Parlament vorhanden.
Nein, nein, diese Bücher sind hasserfüllt, die Autoren wollen eins: Abkassieren auf Kosten Anderer. Das ist schäbig. Weil es bereits gerichtlich fstgestellt wurde im Falle Goldner z.B. dass diejenigen, die den Tibetern Fschismus vorwerfen, selbst faschistisches Gedankengut in sich tragen. In Falle Goldner wohl linksfaschistisches. Aber ganz rechts und ganz links ist heute eh nicht mehr zu unterscheiden.
Dieses Vergalten ist nichts anderes als Hass gegen Andersdenkende.
Und genau das verbietet die buddhistische Lehre: Hass Gier und Neid.
Damit steht sie natürlich ausserhalb westlichen Denkens. Wir lernen schon im Kindergarten sich gegen andere durchzusetzen, die anerzogenen Methoden: Hass, Gier und Neid.
Das die Süddeutsche immer mal wieder Vorreiter dieser Hass Gier und Neid Methoden ist, verwundert mich.
Aber Umsatz geht in Deutschland ja schon lange vor seriöse Berichterstattung.



Marcell

elias_b
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08.02.2007 - 10:43 Uhr
elias_b

also recherche-mässig finde ich den artikel einseitig und sehr "fakten"-lastig. die ganze geschichte lebt von andeutungen und dem mythos des verruchten.

ansonsten sehe ich es so wie einige andere hier auch schon geschrieben haben. wir sprechen über und von menschen. und die werden nicht als heilige geboren. es gibt wie immer die mischung aus gut und nicht gut. warum sollte es gerade im vom menschen ausgeübten buddhismus anders sein? warum?

ganz schwach finde ich ausserdem, dem ach so geheimen logenwissen soviel platz einzuräumen. ja gar den artikel daran aufzuhängen. das dann pauschal auf die gesamtheit der sache zu übertragen und am ende zu behaupten, 'das ist so' - das ist so zum heulen.
was ich mich generell frage: wer hier die zitierte "daheim"- page so klasse findet, dass sie hier im kosmos für artikel herhält?

*wunder*

sooloo
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15.02.2007 - 19:14 Uhr
sooloo

Den Artikel empfinde ich als einen wichtigen Verweis auf ein positives Stück Aufklärung, das von den im Text genannten Autoren seit längerem versucht wird. Diese 100%tige Affirmation ausgerechnet des tibetischen Buddhismus war mir immer schon rätselhaft, zumal die Schattenseiten ja nicht ganz unbekannt sind. Man denke nur an das Elend in dem ein Grossteil der tibetischen Bevölkerung noch bis vor 50 Jahren dahin vegetierte, etc. Diese Art Existenz im Feudalismus zu einer "natürlichen", rustikalen und spirituellen Lebensweise zu verklären gelingt wirklich nur naiven Gemütern und manch ein Machtzyniker dürfte beim Gedanken an die gesellschaftliche Struktur des tibetischen Buddhismus ins Schwärmen geraten. Aber das Bedürfnis nach Unterwerfung (Hingabe) Ritual, Magie und die naive Sehnsucht nach dem "guten König" ist offenbar auch im Westen noch recht hartnäckig. Die tibetische "spirituelle Praxis" ist meiner Ansicht nach etwas überschätzt und unterscheidet sich von anderen Traditionen hauptsächlich in der strikten Hierarchie und der Unterordnung unter Linienhalter, Guru und Gefolge. Eine Affinität in der Grundstruktur zum Faschismus ist schon recht plausibel. Es wäre zu wünschen, der Dalai Lama belehrte seinen auffallend grossen Bekanntenkreis aus diesem Milieu im Sinne eines Buddhismus der Gewaltlosigkeit, Achtsamkeit, etc.

Weiher
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26.09.2007 - 12:58 Uhr
Weiher

Bislang kann ich alles oeffnen, weil ich eine Spezialschaltung meines Elektronik-Neffen benutze.
Die Artikel habe ich gelesen. Ich habe selbst 7 Tage in der Lueneb. Heide dem Dalai Lame zugehoert und kenne eine Menge Buddhisten. Deshalb rate ich den Redakteuren nicht irgendwelche Texte zu analysieren, sondern den lebendigen Vertretern vorurteilsfrei zuzuhoeren.
Klar ist, dass nicht in jeder Schachtel das drin ist, was drauf steht. "Buddhisten" handeln nicht immer buddhistisch, so wie "Christen" nicht immer christlich sind. Jeder Unkundige, der die Bibel kritisch durchleuchtet, wird 100te brutaler Zitate finden. Unsere eigene christliche Geschichte beinhaltet tatsaechlich unzaehlige Ereignisse, bei denen ungetaufte Eingeborene z.B. wie "seelenlose" Tiere behandelt wurden, und anderes mehr. Das ist mit dem Koran wohl aehnlich, doch wer den waagt zu kritisieren, kommt leicht auf die islamische Selbstmoerderliste. Dann ist da noch die Besonderheitseinbildung (-glaube) des auserwaehlten Volks, das seine Nachbarn systematisch unterdrueckt und den ganzen mittleren Osten zum Pulverfass macht. Der Name Goldner des Münchener Esoterik- und Psycho-"Experten" klingt auch sehr nach diesem Ursprung. Wer dieses Volkes Handlungen und Politik kritisiert, ist in Deutschland auch ganz schnell von der oeffentlichen Leinwand verschwunden. Wieviel irdische Lobby-Kraehen doch hinter all diesen "Religionen" stecken!
Weisst du einen Krieg, der im Namen Buddhas gefuehrt worden waere? Ich bislang nicht. Allerdings habe ich mich mit buddh. Symbolen etwas auseinandergesetzt. Die rote Grimasse des bewaffneten Generals in der Eingangshalle fast jedes Tempels fordert eben nicht zur Gewalt auf, sondern soll boesen Geistern Angst einfloessen. Der auf dem Ochsen reitende Manjushri haelt das Schwert der messerscharfen Wahrheitsfindung in der Hand - aehnlich unserer Justitia - mit Gewalt hat das nichts zu tun. Die mit vollbusigen Frauen korpulierenden Buddhafiguren in einigen Kloestern fordern nicht zum Geschlechtsverkehr auf, sondern symbolisieren die letztendliche tandrische Vereinigung der polaren Gegensaetze. Welcher Laie weiss das?
Sollen wir den Kraehen glauben und sie dadurch unterstuetzen, den anderen die Augen auszuhacken? Lasst uns pragmatisch beobachten, was im Namen der verschiedenen Religionen in der realen Welt Gutes oder Schlechtes bewirkt wird - das ist das Einzige, was zaehlt. Da gibt es immer wieder Menschen wie Mutter Theresa und Ghandi. Momentan gehen gerade tausende buddhistischer Moenche in Birma auf die Strasse. Trotz Diktatur, Polizeiterror und Traenengas ziehen sie mutig und gewaltlos fuer die Freiheit ihrer Mitbuerger durch die Staedte...

losedaalizue
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26.10.2008 - 22:49 Uhr
losedaalizue

schliesse mich elias_b und elfenmaid an. pseudo-aufklärerisch.

horstrbrumm
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11.12.2011 - 15:27 Uhr
horstrbrumm

Seit über 25 Jahren bin ich mit dem sogenannten tibetischen Buddhismus verbunden. Ich habe viele Lehrer getroffen. Ich habe auch das Buch von Herrn Trimondis gelesen. Das Buch selbst ist so verwirrend geschreiben, das es unmöglich war eine sachliche Rezension zu schreiben und so habe ich es auch sein lassen. Es ist rein auf Fantasie aufgebaut. Was er dazusammen baut hat nichts mit der Wirklichkeit des Buddhismus im Westen zu tun. Im PM Magazin wird der Schwachsinn von Herrn Trimondis dann aufs neue aufgekocht. Es geht um die Weltherschaft des Buddhismus. Da die buddhistische Lehre nur funktioniert, wenn sie angewendete wird, ist mit ihr keine Staat zu machen. Diese Lehre kann nicht durch Zwang zum Erfolg führen. Das es sogenannte buddhistische Länder gibt liegt daran das über einen langen Zeitraum die Menschen diese Lehre gerne und mit Begeisterung angenomen haben.
Das es fehlverhalten von Lehrern immer wieder mal gegeben hat liegt in der Natur des Menschen begründet und nicht in der Lehre.






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