Sinnvoller wäre es da meiner Meinung nach aber tatsächlich, dass sich die Ausländerbehörden stärker mit den tatsächlichen Gegebenheiten in den Ländern auseinandersetzen, in welche die Flüchtlinge abgeschoben werden sollen. Auch wenn Staaten formal Demokratien sind, sei es Ghana, Gambia oder die Türkei kann es immer noch zu folter und verfolgung kommen, was aber oft nicht beachtet wird. Dass also ein dort Verfolgter nicht genau in die Arme der Verfolger abgeschoben wird, sollte ja auf der Hand liegen...
und beamte sind beamte, weil sie sich eben an rechtliche regelungen halten müssen. dafür gibt es regeln. eine rote ampel heisst eben auch stop. und nicht "vielleicht halte ich jetzt besser mal an". das kann für den einzelnen manchmal sehr schlimm sein. aber ist eben so.
aber bei allem meckern über die deutschen regelungen: diese menschen leben hier. sie wurden aufgenommen und bekamen jede menge hilfe. das kann man doch bitte schön auch mal erwähnen.
Ohne hier den aktuell aufflammenden Nationalismus klein reden zu wollen, so wäre es doch, wie Siegstyle sagt, etwas überzogen von Rassismus zu sprechen, wenn Menschen, die aufegnommen wurden wieder weggeschickt werden, wenn es keinen objektiven Grund mehr gibt, ihnen Schutz zu gewähren.
Wie oben schon gesagt: Ob und wie diese Gründe festgestellt werden ist für viele Verbesserungen offen.
das sind alles menschen, die nichts für ihr schicksal können oder dafür, was in ihrem land passiert. viele wollen ein teil der gemeinschaft werden, aber durch solche sachen wie oben beschrieben wird der integration nach kräften entgegengewirkt.
klar machen beamte nur ihre arbeit. aber ein paar instanzen höher kann auch mal verstand benutzt werden.
Die Kinder und Jugendlichen sind schulpflichtig. Aber es ist schwierig sie zum regelmäßigen Schulbesuch zu motivieren, wenn völlig unklar ist, ob ihnen ein Schulabschluß bezüglich ihres weiteren Aufenthaltes irgendetwas nützt. Also gibt es einige, die versacken, die Schule schwänzen und sich anderweitig beschäftigen, eventuell auch illlegal, und andere, die glauben mit einem regelmäßigen Schulbesuch, guten Noten und einem vernünftigen Abschluß bei der Ausländerbehörde irgendwelche Vorteile bezüglich ihres Aufenthaltsstatus zu erreichen.
Ich war neulich mit einer mittlerweile 18jährigen Algerierin bei der Ausländerbehörde, da sie einen Bescheid bekommen hat um ihre Paßersatzpapiere bei der algerischen Botschaft zu beantragen (sog. Mitwirkungspflicht zur Beschaffung von Ersatzpapieren, da eigentlich alle ihre Pässe nach der Einreise vernichten). Dort hat sie unter Tränen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen, um sich eindeutig zu identifizieren. Nachher hat sie mich gefragt was sie denn hätte anders machen sollen, sie wäre doch immer zur Schule gegangen, nicht straffällig geworden usw.
Ich hätte ihr eigentlich nur die Wahrheit sagen können: Dass ihre Schonfrist mit ihrer Volljährigkeit abgelaufen ist, dass sie hier nicht gewollt ist und sich keine Hoffnung auf Bleiberecht oder Arbeiterlaubnis machen solle.
Hab ich aber nicht.
Ich habe ihr geraten weiter zur Schule zu gehen und so eventuell eine Verlängerung ihrer Duldung zu erwirken und vor allem weiteres Wissen und noch mehr Sprachkenntnisse zu erwerben. Das sind Dinge, die ihr unter allen Umständen erhalten bleiben, egal wo sie sich befindet. Manchmal hat man bei der Zentralen Ausländerbehörde Erfolg und kann dann die Duldung verlängern (hängt aber von der Kommune ab). Die Jugendlichen hoffen auf die Entscheidung am Donnerstag. Leider übersehen sie dabei, dass es sie wohl eher nicht betrifft, da sie sich fast ausschließlich weniger als sechs bzw. acht Jahre in Deutschland befinden. Trotzdem bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf irgendetwas zu hoffen, dass ihnen erlauben wird hier zu bleiben.
Die Algerierin wird sich darauf einlassen weiter die Schule zu besuchen, wohlwissend, dass sie ihre intransparente Lebenssituation damit auch verlängert, verbunden mit massiven Zukunftsängsten und einem nicht planbaren Weg.
Bei den unbegleiteten Flüchtlingen handelt es sich vorwiegend nicht um politisch Verfolgte im engeren Sinne, sondern größtenteils um echte Elendsflüchtlinge, die keine Chance auf Asyl nach unseren Maßstäben haben. Ich halte es auch für entscheidend, wie Alienbiber) die Herkunfts- bzw. Abschiebeländer genauer unter die Lupe zu nehmen, aber welche politische Konsequenz würde das haben? Nach welchen Kriterien wäre ein solches Land dann annehmbar zu nennen?







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12.11.2006 - 19:40 Uhr
HerrIrgendwoAnders