22.05.2013 - 18:30 Uhr

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13.-20. Mai: Löwen

Text: chrinamu

Am Montagabend gehe ich nach der Arbeit noch zu einem Vortrag des Instituts, der überraschend interessant ist, es geht um Anthropologen bei den Aborigines. Nach 21 Uhr erst nach Hause zu kommen, geht mir dennoch gegen den Strich. Immerhin habe ich im Moment keine Bürolangeweile.

Mein Vater mailt mir, dass der sehr nette und stille Mann meiner Cousine beinahe an einem Herzinfarkt gestorben wäre, im Beisein seiner panischen Kinder übrigens, wenn sie ihn nicht mit Erster Hilfe gerettet hätte (besser gesagt "Maßnahmen ergriffen hätte", wie das mein Vater in seinem schönen Beamtendeutsch formuliert). Am Dienstagabend rufe ich sie an und lasse mir Details erzählen, glücklicherweise hat er die Sache sogar ohne bleibende Schäden überstanden - dank seiner Frau.

Immer, wenn ich mit ihr spreche, fühle ich mich übrigens sehr jung, was mir sonst nie passiert, denn sie ist insgeheim der Meinung, dass ich nur deshalb nicht so lebe wie sie, weil ich drei Jahre jünger bin und immer noch nicht das "Ziel" erreicht habe. Meine Cousine nämlich hat zwei Kinder im Grundschulalter, ein Haus und einen Ehemann und hat schon lange vor der Geburt der Kinder aufgehört, zu arbeiten. Dass das für mich gar nicht interessant klingt, versteht sie, glaube ich, überhaupt nicht, aber wir verstehen uns dennoch irgendwie.

Am Mittwoch gehe ich nach zwei Wochen Pause endlich wieder zum Sport und freue mich zu hören, dass C. mich vermisst hat. Leider trete ich ihr später im Gegenzug aus Versehen gegen den Kopf, aber sie behauptet standhaft, das sei nicht schlimm gewesen. Am Donnerstag fahre ich nach einem halben Arbeitstag zum Flughafen, mein Liebster kommt zeitgleich aus dem Norden angereist und muss arg um seinen Anschlusszug zittern, ich zittere mit. Es klappt aber dennoch dank einem Superbahnsprint alles, und wir landen abends in der Löwenstadt Venedig.

Die Stadt ist ein wenig surreal, verschlingt einen aber gleich völlig mit ihrer Logik, so dass man sich nach nur einem langen Wochenende dort wirklich über Orte wundern kann, an denen es Autos und U-Bahnen statt Booten gibt und an denen Wege nicht verschlungen sind oder an Kanälen abbrechen. Die Häuser sind sanft farbenfroh und bröseln ganz unauffällig vor sich hin, Regen und strahlende Sonne wechseln sich ständig ab und wir laufen genießerisch den ganzen Tag durch das Verrückte Labyrinth für Erwachsene.

F., unsere Gastgeberin, arbeitet derweil wie eine Besessene und lässt sich nur abends von uns zum Essen (und vorher, ganz wichtig, zum Aperol Spritz!) entführen. Dass wir ein Kunstplakat von einer öffentlichen Wand klauen, erträgt sie aber gern. Am Montagabend hänge ich es stolz an meine Wand und bemühe mich, den Zeitungsberg des Wochenendes noch abzuarbeiten... ein Wochenendabo kann anstrengend sein, wenn man am Wochende nie da ist.

Eine Mail aus Leipzig kommt: U. hat den Job bekommen, für den ich ihr Tipps gegeben habe! Ich hoffe egoistisch, dass diese "gute Tat" mir Glück bringen wird. Nachdem A. mir grünes Licht gegeben hat, kann dann auch endlich mein neues Dreißiger-Porträt erscheinen.


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pitz
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Mag ich Mag ich nicht

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22.05.2013 - 10:36 Uhr
pitz

Kunstplakate klauen ist super! :) Ich habe mal zufällig eines ergattert, welches sogar auf einem ziemlich guten Untergrund aufgezogen ist - keine Ahnung, was für ein Material das ist. Es hängt seit zehn Jahren in der Wohnung und entzückt mich immer wieder.

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chrinamu

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