Ton aile du nez. Chapitre 1
Manchmal, da sitze ich an meinem Fensterbrett und blase den blauen Rauch durch acht Millimeter Lippenöffnung in die Fremde der Nacht.
Die Flasche Wasser steht neben mir auf der Herdplatte.
Ich habe den Ofen vorgeheizt, Oberhitze, und lege nun langsam meine Hände auf das glühende Rost.
Meine Folter ist die einzige Kunst, die ich perfekt beherrsche, ich bin gut darin. Vielleicht der Beste, den es geben kann und das macht mich stolz.
Ich bin ein Streunerjunge, streife nachts durch die Straßen dieser Stadt, stets auf der Suche nach Händen, die ich halten und Lippen, die ich küssen kann.
Manchmal, da treffe ich Menschen und hoffe, dass jemand dabei ist, der mir sagt, wieso ich nicht mehr schlafen kann.
Dann lächle ich verzweifelt, denn eigentlich weiß ich, dass kaum noch Träume geboren werden.
Wenn sie reden, schaue ich ihnen in die Augen, dann auf den Mund.
Ich versuche zu verstehen, was ihre Worte bedeuten, suche nach Mimiken, die mir vertraut erscheinen. Versuchen ist ein schönes Wort, denke ich.
Es steckt soviel darin. Vor allem aber heißt es, niemals zu finden.
Vielleicht habe ich mein Zuhause versucht. So sehr, dass es irgendwann verschwunden ist.
Ich möchte mir fremd gehen. Nicht stets jeder Berührung nachsehen, wie sie verblasst und aufgeht in all dem, was nicht ist.
Ich bin ein Stricherjunge, bereit jedes Versprechen aufzusaugen, aber keinem einzigen Glauben zu schenken.
Ich bin leicht zu haben für diejenigen, die mir die Angst nehmen vor meinem eigenen Schweigen.
Unser Himmel braucht kein blau und dieses Das-was-wir-haben keine Erklärung sagst du.
Du ahnst nicht. Nicht ansatzweise.







