oder auch an etwas anderes
Text: semivoyelle
das könntest jetzt du sein oder nur ein gesicht. ihn sehe ich groß, auf der leinwand, ein zucken in seinen mundwinkeln, wie ich es dir auch gewünscht hätte, hättest du mich gefragt. dich sehe ich in ihm, nur weil ich will; nur weil du nicht geschrieben hast. gewünscht hatte ich mir das nicht, aber du hättest es tun sollen. du kannst nicht diesen stunden nachweinen und dann sofort dein leben wieder beginnen. nicht du, aber etwas in dieser begegnung mit dir, hätte mich inspirieren können. du sahst ganz anders aus sonntags im keller als montags am bahnhof. ich fühlte mich frei, als du gingst. das vermissen kam erst viel später und galt nicht dir.
dich aber sehe ich in niemandem, dein mund hat nur beim ersten mal gesprochen, oder war es eine stimme, in die deine hineingelegt, aus lauter sommernacht und rausch. beim zweiten mal warst du ein körper, der sich zu bewegen verstand, eine sprache, die wie ein kurzer regenschauer vorbeiprasselte. nicht viel mehr. vielleicht noch die erinnerung an eine erinnerung. ein kopf, der sich dreht. hände, die vielleicht noch lernen werden.
es regnet jetzt täglich.
aber du, du weißt nichts mehr davon. das café, in dem du nachts klavier spielen wolltest, gibt es nicht mehr. die lampen hast du vergessen, die worte dazu sowieso. für dich war es ein dezemberabend mit kalten füßen, einer von vielen; du ahntest vielleicht, dass deine stimme eine ist, die bleibt, dir gefiel das.
und es war ja nicht nur deine stimme. und das kann es ja nicht schon gewesen sein. aber zurückkommen wirst du nicht, erst recht nicht an einem dreizehnten. dabei hätte das so gut in die geschichte gepasst. in die geschichte, die ich mir ausgedacht hatte.
die letzten imperative seufzen leise
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06.10.2009 - 20:43 Uhr
Froschhonigkuchenpferd
musste schlucken, als ich den text gelesen hab. schön...