Seitdem wir uns kennen (und das ist noch nicht lang).
Ich dachte, du riechst einfach nur gut. Ich dachte, dich stecke ich in die Tasche. Baute ein glänzende, stararchitektonisches Selbstbewusstseinsgebäude vor dir auf. APPLAUS BITTE! Bitte mehr! Biete mir mehr! Anders als gedacht, botest du mir mehr.
Tischtest mir alle deine Gefühle auf. Dame wünscht zu speisen? Bitte sehr: mandelbittere, eingelegte Enttäuschungen. Von beiden Seiten scharf angebratene Perspektivlosigkeit. Als Pappsattmacher: buttercremefette Angstübelkeit. Danach noch 2cl Verlust. Brennt hinten schön.
Das wollte ich nicht. Ich wollte das Schöne – übte ich doch extra ein hell klingendes Lachen für deine astronomischen, weltabgewandten Geschichten. Dein Lachen? Ein wahnsinniges, fluchtauslösendes. Doch im Windschatten deiner Monstergefühle, wurzelte schon mein Vertrauen, gewässert von deinem Wahrheitsregen. Und stelltest du deine Offenbarungen für einen Moment ein, trieben unsere Triebe aus. Kalauer hin oder her: In die Stille hautest du ein Liebesgeständnis raus.
Seitdem wir uns kennen (und das ist noch nicht lang) hast du dich gebunden. Ein schweres Buch, voller Geschichten. Heute aufgeschlagen: die Stelle, an der die Protagonistin ihrer Liebe zu dir gewahr wird, zeitgleich (oder gleitsichtig) sich schon am Horizont die Probleme kumuluswolkig türmen. Allein der Gedanke, dass ich dir nichts wirklich bieten kann, als eine Hochglanzbroschüre über positive Psychologie mit Fotos lachender Unbekannter (irgendwann von einem Stockfotografen in Serie und auf Halde produziert) verwandelt mich in ein gleichgewichtssuchenden Wackelpudding.








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01.02.2012 - 00:23 Uhr
jacke_wie_hose