Acht Uhr am Morgen
Acht Uhr am Morgen und mein Vater wirft einen Schuh an meine Tür. Er hat sich jetzt eine neue Art ausgedacht, mich zu wecken, und ist mächtig stolz darauf. Junge, acht Uhr – rums. Teil zwei seines Weckmanövers folgt dann um 8 Uhr fünfzehn. Die Tür fliegt auf und eine Dose Ravioli prescht in mein Zimmer. Junge, viertel nach Acht – krach. Spätestens dann stehe ich auf. Teil drei muss ich, glaube ich, nicht kennenlernen.
Acht Uhr morgens, und die Tür fliegt auf. Zwei Polizisten stürmen in mein Zimmer, reißen mich aus dem Bett und stellen mich an die Wand. Sie wollen meine Taschen durchsuchen, aber ich habe ja nur Unterwäsche an. Kurz darauf fliegt ein Schuh ins Zimmer und Vater brüllt, Junge, acht Uhr.
Acht Uhr fünfzehn und meine Mutter setzt sich an mein Bett. Warum ich das gemacht hätte. Ach, sage ich, ich wollte doch nur die Beretta haben, sage ich. Und dann? Mutters Augen sind groß. Meine Angst passt da locker rein. Naja, sage ich, ich hatte eben keinen Bock mehr. Auf das Leben und so. Sage ich. Aber dann habe ich mich doch nicht getraut. Oh, sagt Mutter. Ich würde eher Tabletten nehmen. Das ist nicht so laut, sagt Mutter. Kurz darauf schießt die Ravioli-Dose in mein Zimmer und Vater brüllt, Junge, acht Uhr fünfzehn.
Acht Uhr zwanzig und ich sitze am Frühstückstisch. Milch ist alle und die Cornflakes auch.
- Seite 12 04.01.2012
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11.03.2012 - 15:01 Uhr
josiflosi