13.05.2013 - 16:01 Uhr

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6.-12. Mai 2013: Countdown

Text: chrinamu

Nach einem täuschend ruhigen Wochenanfang, den ich tags im Büro und abends faulenzend im Garten mit der Spatzenkolonie verbringe (ich zähle nicht mehr, wie oft die Nachbarn mich auf mein Gras ansprechen), kommt ein spektakulärer Mittwoch. Meine einzige Projektkollegin macht morgens die Tür hinter sich zu und eröffnet mir, dass sie ein Jobangebot hat und pünktlich zu meinem runden Geburtstag kündigen wird. Also in sechs Wochen. Ich gratuliere und schwanke noch ein wenig zwischen Neid und Spannung auf die Zeit danach, denn dann werde ich sicher erstmal mehr zu tun haben, bekomme einen neuen Bürogenossen etc. Aber da landet auch schon eine Mail in meinem Postkorb: Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Ich quietsche innerlich fröhlich vor mich hin, und als dann auch noch unser Büronachbar hereinkommt, um uns zu sagen, dass er schon gekündigt habe und nur noch zwei Wochen da sein werde, kribbelt es mich wirklich an allen kleinen Fingern. Manche Tage haben offensichtlich eine doppelte Dosis Schicksalspulver abbekommen - unser armer Chef. Aber was sollen wir auch machen, mit befristeten Verträgen, als uns rechtzeitig umzuschauen?

Am Donnerstagmorgen besuche ich zwei Schulfreunde zu meinem ersten Fototermin, und mein Magen und ich sind erstaunlich nervös. Es läuft aber dann sehr gut, denn die beiden und ihre kleine Tochter sind entspannt und lustig und lassen mich einfach machen. Danach steige ich in den Zug nach Bremen, langes Wochenende bei meinem Liebsten. Am Freitag tun wir unser Möglichstes, um ans Meer zu fahren, und landen schließlich in Wilhelmshaven. Nach einer Bus-Odyssee finden wir doch noch den Jadebusen, hier und da scheint einmal kurz die Sonne, und am Bahnhof gibt es sogar neue Schnürsenkel für meine Turnschuhe.

Am Samstag spielt Werder Bremen erfolgreich gegen den Abstieg, und es ist Ehrensache, dass die ganze Stadt das in Kneipe und Stadion verfolgt. Das Spiel ist mau, aber mein Liebster und ich schauen brav zu und amüsieren uns über E., die wild mitfiebert. E. haben wir zufällig getroffen, obwohl wir erst für den Abend verabredet waren, und es gibt noch mehr Zufälle, denn E. ist eine Kollegin meines Liebsten, mit der ich aber als Kind gemeinsam im Voltigierverein war. (Das ist akrobatisches Rumturnen auf einem Pferd, also ein Sport, zu dem Kinder überredet werden, die eigentlich reiten lernen wollen.)

Nachdem wir diese Verbindung entdeckt hatten, wollte E. sich gern mit uns beiden treffen, und ich wundere mich ein bisschen, dass sie dannn gar nichts von mir wissen möchte. Immerhin haben wir uns seit 15 Jahren nicht gesehen. Dafür erfahre ich, dass ihre Schwester mit einer Frau verheiratet ist, die denselben Vornamen hat wie sie (also die Schwester). Am Sonntag buchen wir dann noch einen Zug nach Marseille, und die Woche kann nun so langsam zu Ende gehen.


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