27.12.2008 - 15:13 Uhr

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Wir sind hier nicht in Seattle, Zou

Text: Shinaozi

Ok, we've got one hour and a half, let's shag... But that's it, we never get the chance to do something nice, go out or something... Ja, Pech gehabt, wollte ich mich klammheimlich über den Hinterausgang verdrücken und komme aber im Treppenhaus nicht vorbei an einem Gespräch mit dem bisexuellen Engländer, nennen wir ihn mal Bonk, über seine Beziehung zu seiner chinesischen Assistentin, nennen wir sie mal Zou.
Am Tag vorher saß ich bei einer Tasse chinesischem Rock'n'Roll an meinem Computer, als er vorbeikam. Ah, well, I don't know, but if Zou finds out that you cheat on her... Hier fiel er mir ins Wort, zustimmend nickend und fast die schiefe Brille vor Lachen verlierend, einem Lachen, dass ganz klar ausdrückte, dass er mich als Komplizen betrachtet ...with a man! Yeah. Ja, das wollte ich sagen. Die halbe Flasche Tequila von der Nacht davor kursierte noch unhöflich in meinen Gliedern, fast hatte ich noch den Geschmack der beschämend köstlichen Suppe auf der Zunge, die mikroskopischen Shrimps als Gewürz spürte ich noch zwischen den Zähnen platzen. Die Suppe, die mir der athletische, chinesische Sportlehrer irgendwo um drei spendiert hatte. Bonk hatte dann mit ihm die Nacht verbracht.
Bevor wir an jenem Abend in eine der zwei (wirklichen) Bars in dieser 2,5 Millionenstadt, aufgebrochen waren, hatte ich noch mit Zou im Büro herumgesessen. Sie schrieb Bewerbungen, klatschte ehrlichen Beifall, als ich ihr ihren Lebenslauf vorgelesen hatte und frug noch dreimal nach, ob ich wirklich jedes Zeichen verstanden hatte. Dabei war ich eher von ihren Leistungen und den so positiven Referenzen beeindruckt. Aber mein Lob hörte sie gar nicht. Vielleicht war es auch zu plump formuliert. Irgendwie war es klar, dass die ganze Sache mit Bonk ihr etwas mehr bedeutete, als eben die eineinhalb Stunden. Aber auch mit 22 lebt man hier eben zu Hause, und die Eltern bestehen durchaus darauf, dass die Tochter um 20h zurückkommt und sich ansonsten auch nicht einfach aus dem Staub macht. Trotzdem hatte sie heimlich die Beziehung angefangen, auch wenn sie es sich am Anfang nicht vorstellen konnte, mit einem Ausländer zusammen zu sein. Für uns war es auch eine Art Abschied, denn am nächsten Tag würde sie in die Provinzhaupstadt gehen, um dort ihren Master zu machen, ein paar Tage später musste ich zurück nach Deutschland. Vergiss mich nicht, und wenn du die Möglichkeit hast, mal wieder nach China zu kommen, dann schau doch vorbei. Ich werde keine Möglichkeit haben, nach Deutschland zu kommen In ihrem Blog schrieb sie dann von der Nacht, die sie stehend vor dem offenen Fenster verbracht hatte, zitternd vor dieser großen Ungewissheit, wohin der Weg sie weiter führt.


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4 Kommentare

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mushummel
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Mag ich Mag ich nicht

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27.12.2008 - 15:13 Uhr
mushummel

ähm, kursiv wird nicht mit [ k ], sondern mit [ i ] gemacht :)

yaya
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Mag ich Mag ich nicht

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29.12.2008 - 16:14 Uhr
yaya

*
gefaellt mir irgendwie!

thingamajig
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Mag ich Mag ich nicht

0

30.12.2008 - 18:58 Uhr
thingamajig

mir auch, sehr *

blueblue
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.01.2009 - 17:49 Uhr
blueblue

Guckst Du...?!?
... dieses Jahr auch noch 'mal nach den (un-)gelösten Hinterlassenschaften des letzten Jahres?
... bzw. dem 'Schnee von gestern'?? ;-)))


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