Denk ich Deutschland
Damit wieder: letztens, neulich, nimmer!Allen festgesteckten, gut geschmückten Lochkartenschiebern:
Wenn dann, in jener Stund`, die hohlen Gassen schimmern,
O Padre! Mit Glasbeton vollgepumpt! Heut ein Wabern,
Morgen Kasern und Kirch im Fernen
als Niederkunft mit Geist verlabbern,
stockt der Fluß, die Fertigsuppe,
denk ich Deutschland, denk ich Nutte.
Wenn für Bälle, Bier und Bräute
-Abseits!Tor!- Denken ins Zölibat entfleuchte,
weiß keiner von je zuvor, wenn morgen der Kurs dann hinkt,
in den Chor schon eingestimmt: Liebe, Ehre, Brot – abgewinkt!
Geschüttelt, bis seine Zeit sich verfeuchtet,
im Kreis gestanden, Aschenhütt und Hühnersuppe,
denk ich Deutschland, sah ich: Anziehpuppe!
Herrlichst! Wie Alphafrauen gut gestriegelt Kinder werfen,
ihre Haushaltshilfen schon die Messer schärfen,
vergessen sei, das nur Gleiches unter Gleichen geht!
Wer oben ist, den hat die faule Hand erwählt!
Nimmer Kummer, nie mehr Kümmern,
macht die Zunge goldnen Vogelscheiß zu Totenschweiß,
und Mädchen gehen in Trümmern,
denk ich Deutschland, fühl ich Kopfverschleiß.

Auf ein Neues und ein Nächstes: sattelt die Marder!
- Wir verlassen diesen öden Hain, mit Hoffnung
an nie Geglücktes, mit Augen auf den Brüsten,
mit den Händen am brennend Bein! Wenn der Wind
dreht wird die Flucht im Kopf zum Lauf nach vorn,
Schuld wird Pflicht, Lügenzucht nicht zur Norm ,
Recht wird Recht und wird es bleiben, Tag wird
Nacht und Nacht wird wie die Sonne scheinen,

Rasend ziehn wir trunkne Fichten in die Ohren,
lieben, fühlen und schreiben klaren Blicks Geschichten:
wir werden über diese Welt nicht flüchten,
damit flimmernd Hände glühend an Berge fassen,
mit wollustheißem Kopf Gleichen Gleiches machen,
letztens! neulich! Nimmer! Lasst die neuen Lüfte
rauschen, und lauschen im Gesponnen!,
in gebrochnen Trümmern soll`n sich
Deutschland doch alleine sonnen.







