Wegbeschreibung
Jemand hat mir mein Herz gestohlenund es mit Bindfäden an einen Stacheldrahtzaun gebunden.
Damit die Füchse es fressen können.
Ich war heute dort spazieren
beim verlassenen Haus am Trauerweidenbach.
In diesen besonderen Nächten,
in denen man nicht schlafen möchte,
in den Augenblicken voller Herzflattern
und Nackenhaareaufstellen und GegendasLichtblinzeln
hatte ich hier gesessen und vergessen,
dass Träumen verboten ist.
Ich fand mein Herz.
Keine Füchse.
War ihnen wohl zu bitter.
Bei diesem Gedanken stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen.
Beinahe.
In den Drahtstacheln des Zauns verfilzten bereits die letzen Strahlen der Sonne.
Ein Sonnenuntergang, der alle diese verkrampften Romantiker
zu poetischen Gedichten verführt hätte.
Dabei vermittelt er tagein, tagaus nur eine Botschaft:
Irgendwann ist alles vorbei.
Ich lachte traurig über so viel Ironie.
Dann ritten wir auf den Schultern der Füchse
dem entfärbten Licht folgend fort.
Meine Träume und ich.
Auf der Suche nach frischen Herzen.
Meines habe ich wohl vergessen.
Falls du Hunger hast- du weißt ja, wo du es findest.








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06.02.2011 - 22:17 Uhr
J_Carter