Flussgeflüster
Verwildert wie die FlussbewegungHaucht der Rhein als schwarzer zähflüssiger Brei seinen Dampf ans Ufer,
durch die Wärme,
die tagsüber sich unter die kleinen Wellen gemischt hat.
Flussschweißperlen durchdringen unsre Kleidung
und verteilen sich auf unsrer erschrockenen Haut.
Wir, die auf einer hölzernen Uferbank unser Gewicht lassen und abwechselnd
das dunkle Wasser, erhellt nur durch die vielen Lichtspiegelungen,
unsre bildlichen Vorstellungen
und unsre Gestalten wahrzunehmen versuchen.
Die Zeit verrinnt ohne an uns zu rütteln,
ohne sich zu beschweren und hinterlässt weder Furcht noch Trockenheit.
Stattdessen träufelt sie einige Tropfen Trost auf den bitter gewordenen Geschmack
aus unsrer Vergangenheit,
ohne dass wir es gemerkt hätten.
Verwildert ist der Augenblick,
denn er ist ganz und gar er selbst,
unbegründbar,
voll von unbestimmter Bewegung.
Des Flusses immergleicher Atem
flüsterte mir noch vor wenigen Monaten seine Unvergänglichkeit in meine von Feuchtigkeit beschlagenen Augen,
die in seinen Wogen Gefühle untergehen sahen,
welche schon lange nicht mehr von sich sprachen.
In ihrer Verstummtheit wurden sie ohne Schreie in die Tiefe hinabgerissen.
Das, was die Gefühle von sich zurückließen,
war ein Schock,
der mich
aus mir selbst hinausschleuderte.
Eines morgens war ich mit dem Bewusstsein aufgewacht,
dass ich über Nacht taub geworden war unter Schmerzen.
Das passierte, weil man aufgehört hatte mit meinen Gefühlen zu sprechen.
An diesem Abend aber lastet kein Gewicht in meinem Innern,
getragen werde ich von meinen Beinen
und stehe dir gegenüber.
In diesem Augenblick ist die Sicht sehr klar,
nichts Dämpfendes macht meine Lider schwer
und so verbringen wir schauend, redend den Moment.
Flüsse kann man immer hören, denn immerzu
Erzählen sie von sich
Davon, wie unvergänglich sie sind.
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26.08.2010 - 22:21 Uhr
innere_Leere
Erzählen sie von sich
Davon, wie unvergänglich sie sind."
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