22.01.2013 - 02:02 Uhr

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„Meine neue Realität“

Text: Crispetti

Ein Gedanke nach einem Jahr auf Weltreise

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt,
sondern mehr noch durch das, was man zu entbehren weiß.Und es könnte sein, dass die Menschheit reicher wird,indem sie ärmer wird,dass sie gewinnt,indem sie verliert…

Ich muss gestehen, ich habe diesen Spruch bis heute nie richtig begriffen, obwohl ich ihn verstanden habe. Nach einem Jahr auf dieser ganz persönlichen Reise, nicht nur um sondern auch in die Welt, begreife ich langsam den wahren Sinn dieses fantastischen Spruches.

Ich bin auf dieser Reise sehr viel reicher geworden:  reicher an neuen Erfahrungen und Reife, an Erkenntnissen und Wissen, an schönen und schlechten Erinnerungen und an neuen Bekanntschaften. Ich fühle mich nach diesem Jahr reich und sehr glücklich. Dieser Reichtum und das Glück kommen nicht von materiellen Dingen; man kann es nicht mit Geld kaufen, nicht verschenken und auch nur schwer beschreiben. Man kann es nur  ErLEBEN. Es ist eine Mischung aus der Bekanntschaft mit dem Unbekannten, der Flucht aus dem Alltag, der Sucht nach Abenteuer, dem Entfliehen aus der „Realität“ in einen Traum – eine Art paralleles Universum – der  schleichend und übergangslos zur „neuen Realität“ wird. Es ist, als ob man eine Brille aufgesetzt bekommt, durch die man die Welt auf einmal viel visueller, greifbarer und realer sieht. Es ist aber nicht nur das Sehen, es ist auch das Spüren, das Hören, das Riechen, das Schmecken und das Denken, das realer wird. Man taucht ein in dieses „parallele Universum“ mit all seinen Sinnen und plötzlich wird es zur „neuen Realität“: das unverschleierte, unzensierte und pure Leben.

Ich bin reich geworden, obwohl ich ärmer geworden bin – ärmer an materiellen Dingen, an Dingen die ich entbehren musste und wollte. Die Erkenntnis, dass man das „Materielle im Überfluss“ überhaupt nicht braucht um wirklich glücklich zu sein, bekommt man erst wenn man sich traut, dem Materialismus den Rücken zu kehren und es zulässt in diese „neue Realität“ mit all seinen Sinnen einzutauchen, wenn man die Augen aufmacht und sich die Welt aus einer anderen Perspektive anschaut. 


So bin ich also reicher geworden, indem ich ärmer geworden bin. Aber habe ich auch gewonnen, indem ich verloren habe?
Man kann Materielles verlieren, man kann Freundschaften verlieren und man kann sich selbst verlieren. Materielles habe ich nicht verloren, ich habe es freiwillig weggegeben. Freundschaften habe ich auch nicht verloren;  im Gegenteil, ich habe sogar neue Freundschaften gewonnen und meine alten Freundschaften sind glücklicherweise immer noch intakt. Ich habe mich selbst nicht verloren, nur ein „anderes Selbst“ gefunden.Und dennoch ist es wahr, dass ich gewonnen habe, indem ich verloren habe – im übertragenen Sinn. Ich habe meine „Realität“ verloren und durch eine neue Weltanschauung eine „neue Realität“ gewonnen. Und dieser Gewinn ist so viel mehr wert als ein materieller Gewinn.

Durch diese neue Weltanschauung, durch das Gefühl von Glück und Reichtum und die daraus resultierende Zufriedenheit, die ich in meinem tiefsten inneren Empfinde, bin ich davon überzeugt, dass die gesamte Menschheit davon profitieren würde ärmer zu werden um reicher zu werden - zu verlieren um zu gewinnen!


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4 Kommentare
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Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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22.01.2013 - 02:41 Uhr
Digital_Data

Man wird ja nicht wirklich ärmer, das wird uns nur suggeriert. In Wirklichkeit tauscht man. Geld gegen Erlebnisse und später gegen Erinnerungen.

Digital_Data

cornelie
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Mag ich Mag ich nicht

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22.01.2013 - 09:07 Uhr
cornelie

Du musst doch so einen Spruch nicht zu erklären versuchen...!
Da steht doch alles drin.

Crispetti
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Mag ich Mag ich nicht

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22.01.2013 - 09:09 Uhr
Crispetti

du hast recht cornelie, ich hab ja auch versucht ihn auf mein erlebtes im letzten jahr zu erklaeren... ich denke, jeder begreift diesen spruch ein bisschen anders, im bezug auf sein eigenes leben ;)

Uedreissig
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Mag ich Mag ich nicht

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22.01.2013 - 11:57 Uhr
Uedreissig

Mir sind solche Aussagen immer zu idealistisch.

Sicher sind Freundschaften, Gesundheit, Erfahrungen (gute und schlechte) viel Wert, auch weil man sie nicht mit Geld kaufen kann.

Ein schönes Auto oder ein neues Smartphone sind aber Dinge, die mir auch Spass machen und ich schäme mich nicht dafür. Problematisch wird es erst, wenn man anfängt, sich nur noch über solche materiellen Dinge zu identifizieren.

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