enterMe
15.12.2009 | 04:09
Tragik des Augenblicks
Gerade wollte ich auf einen Eintrag antworten, da fiel mir das Datum auf. 05.05.07. Ganz schön was los bei Euch.
So viel ist passiert, in dieser Zeit.
Ich habe eine Tochter bekommen und einen Großvater verloren.
In umgekehrter Reihenfolge. (Am Tag der dt. Einheit hat er sich mit dem Himmel geeint.) Ich bin 1 1/2 Jahre älter geworden, habe 688 Tage lang meine Zeit totgeschlagen, 16.512 Stunden lang geatmet, Herzgeklopft und andere wichtige oder unwichtige Dinge getan. (Unter anderem 2x meinen linken Außenspiegel kaputt gefahren.)
Ich bin immer noch hier. Andere nicht.
Heute, 10 Tage vor Weihnachten, hat sich einer mit seinem Auto im Main ertränkt. Augenzeugen berichteten, dass er geradewegs hineinfuhr, in die dunklen, schlammbraunen Fluten - doppelte Fließgeschwindigkeit - und sitzen blieb, bis der Wagen 50 Meter weiter langsam versank.
Ich weiß die genaue Tageszeit nicht, aber sie haben ihn noch nicht gefunden. Er fährt noch immer in seinem schwarzen Mazda auf dem Grund entlang Richtung Meer.
Wie grausam muss es sein so zu gehen. Ertrinkend, erfrierend, blind hinabgezogen in das unbekannte wilde reißende Reich eines winterlichen Flusses. Mit Wasser aus Eis, grausam und unerbittlich, wenn die Panik zuletzt mit heißen Fingern nach dem donnernden Herzen greift.
Wie verzweifelt muss man sein und wie verlassen, und wie allein, in den letzten - längsten - Minuten eines Lebens.
Sterbt euch nicht selbst. Irgendwer vermisst euch immer.
@ KukA: kann dir grade kein Wort geben, obwohl's die bei uns sicher auch gibt, nur nit grad im Moment, aber das Warten kenn ich. Hoff du hattest Erfolg damit. Hoff du hast gespürt, gesehen, gesprochen, wen du damals erwartet hast. Hoff das Warten hat sich gelohnt für dich.
Frohes Fest
und
Stille Nacht