Tagebuchschreiber
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Gästebuch
Dieses Gästebuch enthält 12 Einträge.
varkvall 18.03.2010 | 20:09
würde mich freuen, wenn man mich freischalten könnte..
LiebesHund 27.01.2010 | 21:39
Ich würde gerne in Eure Gruppe.
enterMe 15.12.2009 | 04:09
Tragik des Augenblicks

Gerade wollte ich auf einen Eintrag antworten, da fiel mir das Datum auf. 05.05.07. Ganz schön was los bei Euch.

So viel ist passiert, in dieser Zeit.
Ich habe eine Tochter bekommen und einen Großvater verloren.
In umgekehrter Reihenfolge. (Am Tag der dt. Einheit hat er sich mit dem Himmel geeint.) Ich bin 1 1/2 Jahre älter geworden, habe 688 Tage lang meine Zeit totgeschlagen, 16.512 Stunden lang geatmet, Herzgeklopft und andere wichtige oder unwichtige Dinge getan. (Unter anderem 2x meinen linken Außenspiegel kaputt gefahren.)

Ich bin immer noch hier. Andere nicht.

Heute, 10 Tage vor Weihnachten, hat sich einer mit seinem Auto im Main ertränkt. Augenzeugen berichteten, dass er geradewegs hineinfuhr, in die dunklen, schlammbraunen Fluten - doppelte Fließgeschwindigkeit - und sitzen blieb, bis der Wagen 50 Meter weiter langsam versank.
Ich weiß die genaue Tageszeit nicht, aber sie haben ihn noch nicht gefunden. Er fährt noch immer in seinem schwarzen Mazda auf dem Grund entlang Richtung Meer.
Wie grausam muss es sein so zu gehen. Ertrinkend, erfrierend, blind hinabgezogen in das unbekannte wilde reißende Reich eines winterlichen Flusses. Mit Wasser aus Eis, grausam und unerbittlich, wenn die Panik zuletzt mit heißen Fingern nach dem donnernden Herzen greift.
Wie verzweifelt muss man sein und wie verlassen, und wie allein, in den letzten - längsten - Minuten eines Lebens.
Sterbt euch nicht selbst. Irgendwer vermisst euch immer.

@ KukA: kann dir grade kein Wort geben, obwohl's die bei uns sicher auch gibt, nur nit grad im Moment, aber das Warten kenn ich. Hoff du hattest Erfolg damit. Hoff du hast gespürt, gesehen, gesprochen, wen du damals erwartet hast. Hoff das Warten hat sich gelohnt für dich.

Frohes Fest
und
Stille Nacht
heulen_aufm_punkkonzert 17.12.2008 | 04:48
@ koalabaerchen: hermann hesse ist sowas von nicht expressionismus.
Boris75 27.03.2008 | 15:28
Gestern saß ich im Zug und musste an meine Freundin denken. Nicht aus Liebe, sondern weil sich vor meinen Augen eine Szene abspielte, die sie mir aus ihrer Kindheit so ähnlich erzählt hat. Eine Mutter versuchte ihrer Tochter, die Locken auszubürsten. Gibt es etwas Grausameres?

Draußen schoss die Prärie von Baden-Baden vorbei.

Die Kleine schrie und die Mutter fragte: “Du willst doch schön sein, oder nicht?” Die Kleine überlegte einen Moment zu lang, was die Mutter ihr damit sagen wollte, schon hatte sie wieder diese Rundbürste im Haar. Stumme Tränen rannen über ihre dunklen Wangen. Ich ertrug das nicht und ging mir einen Kaffee holen.

Als ich zurückkam, wimmerte die Kleine: “Mama, Mama”. Aber da saß ja nur diese Frau neben ihr, die ihr die schwarzen Haare glatt machte. Ich fragte die Frau, ob es nicht langsam mal reicht. Was würde sie sagen? Ich erwartete eine reflektierte, wenn auch aggressive Antwort. Die Frau sagte: “Entschuldigung.” Und dann machte sie der Kleinen klar, dass sie aufhören soll zu jammern, weil das den jungen Mann bei der Arbeit stört.

Ich klärte das Misssverständnis auf, hatte das Gefühl, jetzt etwas zu freundlich zu der Frau zu sein und die Kleine zu verraten. Ich sagte, dass sie eine sehr hübsche Tochter hat, mit schönen Locken, und dass ich nicht verstünde, warum sie diese auskämmt. Sie sagte: “Das müssen Sie auch nicht.” Und malträtierte die Kleine nun um so härter. Die Kleine spürte instinktiv, dass ich ihre Mutter angegriffen hatte, verstand aber nicht warum. Sie hielt sich an ihr fest und ertrug stumm die Qualen. Das ging so bis Mannheim, dann brach die Bürste entzwei. In Frankfurt/Flughafen stiegen sie aus.

Als ich in Köln ankam, konnte ich nicht anders, ich zog das schreckliche Ding aus dem Mülleimer, aus dem es ohnehin halb herausragte. An einigen Haaren klebt Blut.

Ich packte die Bürste wie ein Mordwerkzeug, das es zu sichern gilt, in meine Tasche, ich weiß nicht genau warum. Nachts dann wurde ich von einem lauten Schrei geweckt. Die Bürste ist jetzt verschwunden. Meine Freundin hat den restlichen Reiseproviant gegessen. Ich trau mich nicht, sie anzusprechen.
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