Eine wirkliche Wirtschaftsexpertin spricht: Die Alternative zum Clown
von afriraliDa hier die ganze Zeit ein alberner Clown seine Weisheiten zum Thema Afrika, das Böse im Westen, und den Kapitalismus überhaupt zum Besten geben darf, wird vielleicht manchen eine Stimme aus Afrika interessieren, die wirklich etwas von Ökonomie versteht:
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B14953...
puster sagte:
@_xxx_
Fast alles lebt von Daimler, BMW, VW/Audi, Opel, Bosch und co
äh. nein.
die haben zwar zulieferer, aber die allermeisten mittelständler arbeiten eben nicht für die und schon gar nicht ausschließlich für die. das wird natürlich gerne unwidersprochen behauptet, wird aber nicht richtiger. an den meisten dieser unternehmen läuft man jeden tag vorbei: friseure, bäcker, franchise-unternehmen, klamottengeschäfte, hard- u/o softwareklitschen, beratungen, schlüsseldienste, pfandleiher, handwerker aller coleur, buchhändler, kneipen, imbissbuden, galeristen usw. usw. - "die gelben seiten" geben einen recht guten eindruck von der vielfalt und anzahl.
Daher sagte ich "indirekt", denn wer sind die Kunder dieser Dienstleister?
Sogar Imbissbuden machen im Moment deutlich weniger Umsatz weil mehr Arbeiter ihr Vesper von zuhause mitnehmen etc. Dienstleistung alleine ist nicht überlebensfähig.
Handwerker leben zur Zeit auch nicht so gut, denn immer weniger Leute können sich die Dienste leisten. Auch an Klamotten etc. wird gespart (und die ersten erwischt es schon, siehe Woolworth) und der Friseur wird auch mal durch einen Kurzhaarschneider zuhause ersetzt, wenn es auch scheiße aussieht.
Zum Thema Gewinne einstreichen, schau Dir die Leitzinsen an und was die Banken an den Kunden weiter geben. Und hier beziehe ich mich speziell auf den finanziellen Sektor, die Industrie investiert ihre Gewinne für gewöhnlich gleich weiter in neue Entwicklungen weil es gar nicht anders geht - untätige Mitarbeiter und Immobilien vernichten sonst das Geld im Nu (Ausnahme die firmeneigenen Banken, diese sind aber vom operativen Geschäft meist völlig unabhängig).
Der Kern des Problems mit Banken ist, dass sie zur Zeit so gut wie keinem Kleinunternehmen einen Kredit gewähren, eben wegen der Unsicherheit - es weiß keiner ob es das Unternehmen noch lange geben wird. Das ist ein reales Problem, höre ich auch täglich im Geschäft von kleinen Zulieferern.
Aber auf der anderen Seite hoffe ich dass Du evtl. doch recht hast, denn ich sehe wirklich schwarz. Im Gegensatz zu Data sehe ich aber keine sozialistische Zukunft, sondern eher eine national-sozialistische (und hier meine ich nicht speziell Deutschland, sondern die meisten europäischen Lander).
17.04.2009 - 11:59 Uhr
__xxx__
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei...
17.04.2009 - 12:01 Uhr
__xxx__
trifft ja alles zu, nur sparen die leute nicht, weil es den konzernen schlecht geht. den mittelständlern geht es ja aus den gleichen gründen wie diesen schlecht und nicht weil sie von diesen so abhängig wären. der maschinenbau z.b. ist vorwiegend mittelständisch geprägt, hauptsächlich exportorientiert und deren kunden wiederrum sind in der mehrzahl auch mittelständler. der absatz bricht ein und natürlich wirkt es sich auf die arbeitnehmer dieser branche aus - obwohl keine großkonzerne betroffen sind.
zu den gewinnen: auch die banken re-investieren ihre gewinne wieder, bzw. setzen sie als hebel für weitere geschäfte ein. was ich d_d verdeutlichen wollte, war, dass gewinne dem wirtschaftskreislauf nicht entzogen sind und unter irgendwelchen matrazen vor sich hinfaulen.
ich arbeite in einer mittelständisch geprägten branche und von einer kreditklemme ist hier nichts zu spüren. es ist nur teurer geworden fremdkapital aufzunehmen - was per se aber nicht verkehrt ist. sowas verhindert ... naja ... BEhindert ... z.b. das entstehen neuer spekulationsblasen...
was die zukunft angeht, bin ich aber optimistisch. ich sehe weder sozialismus noch nationalsozialismus vor der tür. mittel- und langfristig geht es eh in die richtung immer mehr freiheit. :)
Was den rest angeht - Deine Worte in Gottes Ohr, wie man so schön sagt. emand muss ja auch optimistisch sein :)
__xxx__ sagte:
Export aber wohin? Überall herrscht dieselbe Flaute.
ja, eben. das ist ja das problem. :)
Was den rest angeht - Deine Worte in Gottes Ohr, wie man so schön sagt. emand muss ja auch optimistisch sein :)
das fällt mir leicht, es entspricht meinem naturell ;)
Digital_Data sagte:
Ohne Geld und eigen Firmen wird die Infrastruktur den verhungernden Afrikanern nur wenig nutzen.
Vielleicht hättest Du dann auch den letzten Absatz lesen sollen, denn da wird Dir eben das erklärt:
"Zugleich sind die Straßen, Brücken, Krankenhäuser und Schulen, die Chinesen bauen, kostengünstig und von akzeptabler Qualität. Vor allem aber werden sie in einem Bruchteil der Zeit errichtet, die solche Projekte benötigen, wenn sie zum Beispiel von der EU finanziert werden. Und wo eine Straße ist, findet Handel statt - und dieser wiederum kann langfristig zu ebenjener wirtschaftlichen Emanzipation Afrikas führen, die der Westen ständig anmahnt."
Weil Du fragtest, ob Du mich richtig verstanden hast: Ich glaube nicht, dass China eine Wohlfahrtsgesellschaft ist. Ich glaube aber, dass Chinas Außen- und Wirtschaftspolitik besser durchdacht ist als der Blödsinn der EU und dass das Engagement Chinas in Afrika langfristig auch bessere Resultate fördern wird als die ganzen blödsinnigen EU-Hilfsgelder. Denn daraus, dass man jemandem den Zugang zu Märkten verwehrt und nur seine Bodenschätze haben will, ohne dort zu investieren, ist noch aus keinem kranken Land ein gesundes geworden. Aus Ländern aber, die als Absatzmärkte missbraucht wurden, in die aber auch investiert wurde, durchaus. Wie gesagt: Ich behaupte nicht, dass China ein Chorknabe sei. Im Gegenteil. China spielt mit harten Bandagen. Ich appelliere aber, dass man dieses Engagement fairer und vor allem differenzierte beurteilen sollte und nicht pauschal sagt, dass doch eh alles Scheiße ist. Eben weil es halt China ist.






17.04.2009 - 11:32 Uhr
puster
ja, 'kaum' ist aber etwas anderes als 'nicht'. zumal nicht vergessen werden darf, dass dort die prozentualen zuwächse gezeigt werden, dass heißt, die absolute höhe der bezugsbasis eigentlich entscheidend ist. 2% von 4.500€ sind nun mal mehr geld als 2% von 1.000€. natürlich sinken die zuwachsraten (in prozent) je höher die bezugsbasis (absolut) wird. ein umstand, der mir nicht nur in der gehaltsdiskussion, zu oft übersehen wird.